Im Gespräch mit Unternehmerin Elisabeth Hausgnost
Sie waren mehrere Jahre im internationalen Weingeschäft tätig, warum haben Sie entschieden, ein Weingeschäft in der Heimat zu eröffnen?
Ich wollte unbedingt Kinder, mit dem eigenen Geschäft konnte ich Familie und Beruf gut kombinieren. Mit einem Au-Pair aus Polen konnte ich mein Geschäft aufbauen und mit viel Leidenschaft zur Weinqualität meine Kunden langfristig begeistern. Ich wollte unbedingt nur Weine verkaufen, von dessen Qualität ich überzeugt war und im Weinviertel gibt es viele hervorragende Weine mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
In welcher Situation denken Sie heute, “Hätte ich das bloß früher gewusst?”
Ich denke viel öfter: „Gut, dass ich das nicht früher gewusst habe.“ Wie zum Beispiel: Wieviel Zeit man mit Buchhaltung, Statistik und Verwaltung verbringt und wie hoch die Lohnnebenkosten für Mitarbeiter sind.
Welche Tipps würden Sie anderen Frauen geben, die eine Führungsrolle übernehmen oder ein eigenes Unternehmen starten wollen?
Alles tun, was man wirklich gerne tut, ehrgeizig, mutig und stolz sein, immer auf die Kostenrechnung achten, dann steht dem Erfolg nichts im Weg.
Ihr Wein trägt den Namen ‚Mitanaund‘ – weil er gemeinsam mit der Familie entsteht. Welche Erfahrungen, Herausforderungen und Stärken bringt es, wenn die ganze Familie im Unternehmen aktiv ist?
Mein Mann ist nicht in meinem Unternehmen aktiv, er hilft aber gerne beim Verkosten der Weine. Mitanaund schmeckt er auch besser. Meine Kinder helfen oft und gerne – sie sind in einem großen Kaufmannsladen aufgewachsen und haben sehr früh gute Umgangsformen gelernt. Gemeinsam heißt auch Kompromisse eingehen.
Wenn Sie einen Wein hätten, der Ihre Persönlichkeit beschreibt – welcher wäre es und warum?
Riesling – sehr anspruchsvoll, elegant, vielschichtig und manchmal sauer.
Mein nächstes Projekt – eine alkoholfreie, gesunde, wohlschmeckende Speisebegleitung aus regionalen Zutaten selbst kreieren.