Wie investiert Frau in Kunst?

Gerade jetzt, in einer Zeit, in der KI neue kreative Räume öffnet und bestehende Strukturen verändert, verändert sich auch der Kunstmarkt. Aber wie verändert er sich und warum lohnt es sich dennoch, oder gerade deshalb in Kunst zu investieren? Und wie gelingt der Einstieg auch mit kleinem Budget? Expertin Karoline Hilger-Bartosch im Interview.

“Kunst begleitet einen täglich, verändert Räume und schafft Identität. Das ist ein Wert, der weit über finanziellen Gewinn hinausgeht.”

Wie wirkt sich KI auf den Kunstmarkt aus?

Ich erlebe, dass KI den Kunstmarkt stark verändert – positiv und negativ. Auf der einen Seite eröffnet sie neue künstlerische Ausdrucksformen und regt an, traditionelle Grenzen neu zu denken. Viele Künstler*innen nutzen KI als Werkzeug, nicht als Ersatz, und erweitern damit ihre Praxis.

Gleichzeitig bringt KI aber auch deutliche Schattenseiten mit sich: Bildgeneratoren können bestehende Werke imitieren, Urheberrechte werden oft missachtet, und die Masse an KI-Bildern verwässert den Blick für künstlerische Qualität. Für Galerien und Kunstschaffende entsteht dadurch ein erhöhter Druck, Authentizität, Herkunft und den menschlichen Prozess klarer sichtbar zu machen.

Hinzu kommt ein Aspekt, über den selten gesprochen wird: die ökologische Belastung. KI-Modelle benötigen enorme Rechenleistung, und deren Energieverbrauch führt zu einem erheblichen CO₂-Fußabdruck. Auch das wird zunehmend zu einer ethischen Frage, die den Kunstmarkt, genauso wie viele andere Bereiche, langfristig betreffen wird.

Warum sollte in Kunst investiert werden?

Für mich ist Kunstinvestition immer zweifach begründet: emotional und langfristig.
Kunst begleitet einen täglich, verändert Räume und schafft Identität. Das ist ein Wert, der weit über finanziellen Gewinn hinausgeht. Gleichzeitig hat Kunst das Potenzial, über Jahre und Jahrzehnte im Wert zu steigen, gerade wenn man qualitätsvolle Positionen früh erkennt und begleitet. Außerdem investiert man in Menschen, in Ideen und in kulturelles Erbe. Das macht eine Kunstinvestition zu etwas sehr Persönlichem, aber auch Nachhaltigem.

Wie gelingt die Kunstinvestition mit kleinem Budget?

Aus meiner Erfahrung ist ein kleines Budget kein Hindernis, im Gegenteil, es zwingt zu bewussten Entscheidungen. Ich empfehle drei Dinge:

  • Junge Kunst und Editionen:
    Arbeiten junger Künstler*innen sowie Grafiken und Editionen sind ein wunderbarer Einstieg in die Kunstwelt. Gerade hier findet man viele frische Positionen und spannende künstlerische Entwicklungen.
  • Messen besuchen:
    Kunstmessen sind ideal, um viele Positionen auf einmal zu entdecken. Dort kann man direkt mit Galerien sprechen, vergleichen und lernen.
  • Fragen stellen & dem eigenen Gefühl vertrauen:
    Es ist völlig in Ordnung, viele Fragen zu stellen. Am Ende zählt, dass man sich von seinem “gut feeling” leiten lässt. Was sich richtig anfühlt, bleibt langfristig relevant.