„Viel Unterstützung für Frauen“
Das Austria Wirtschaftsservice (aws) Pre-Seed Deep Tech Grant hilft Gründerinnen, ihre Projekte zu verwirklichen. Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist Lusine Abrahamyan. Sie erhielt über das frauenfreundliche Modul die entscheidende Starthilfe für ihr Unternehmen BeVi AI, das KI-basierte Lösungen anbietet.
Frauen, die Unternehmen im technischen Bereich gründen, sind immer noch in der Minderheit. Aber die Tendenz ist erfreulicher Weise steigend. Gezielte Förderungen ermöglichen ihnen dabei, ihre Ideen umzusetzen. Auch in unseren Breiten. So unterstützt etwa das Modul „Preseed – Deep Tech“ des aws nicht nur unternehmerische Vorgründungs- und Gründungsvorhaben, die auf angewandter Forschung basieren, sondern bietet auch einen attraktiven Gender Bonus: Wenn dem Vorhaben zum Zeitpunkt der Förderungsgewährung eine oder mehrere Frauen angehören, denen (zukünftig) in Summe mehr als 25 % der Geschäftsanteile gehören, erhöht sich der gewährte Zuschuss auf bis zu 90 % der förderbaren Kosten beziehungsweise maximal EUR 300.000. Unterstützt werden dabei Vorhaben, die einen ersten „Proof of Concept“ oder einen Prototypen zur wirtschaftlichen Umsetzung entwickeln. Die Projekte befinden sich üblicherweise auf einem Technology Readiness Level (TRL) 3.
Für Lusine Abrahamyan, Gründerin von BeVi AI, war die aws Unterstützung entscheidend: „Das ,Pre-Seed – Deep Tech Grant‘ hat nicht nur eine wichtige Finanzierung ermöglicht, sondern auch als Zeichen der Glaubwürdigkeit gedient und uns viele Türen geöffnet. Die Sicherung der Finanzierung von BeVi AI war ein wichtiger Meilenstein, der durch die unglaublichen Menschen ermöglicht wurde, die ich auf meinem Weg getroffen habe und die an mich und meine Vision geglaubt haben.“
Die Tech-Unternehmerin, die in Armenien theoretische Physik studierte, war immer schon in männerdominierten Bereichen unterwegs – zunächst an der Universität, dann in der Softwareentwicklung und der KI. „Anfangs waren Frauen in diesem Bereich noch stärker benachteiligt, aber heute sehe ich viele positive Veränderungen und Unterstützung für Frauen in der Technologiebranche,“ sagt Lusine Abrahamyan. „Vor allem in Österreich gibt es viele Organisationen wie die aws, die Wirtschaftsagentur Wien und die GoodStartupSchool, die Frauen in der Technologie aktiv unterstützen, was einen spürbaren Unterschied gemacht hat.“
Die Absicht, ein eigenes Unternehmen zu gründen, hatte die Tech-Expertin bereits seit längerem. „Nach dem Abschluss meines Doktorats in Belgien und der Übersiedlung nach Österreich befand ich mich in einer Situation, in der ich alles von Grund auf neu beginnen musste. Ich sah das als eine Gelegenheit, mein eigenes Produkt zu entwickeln. Dazu muss ich sagen, dass die Unterstützung meines Mannes und meiner Familie bei meiner Entscheidung, diesen Schritt zu tun, eine entscheidende Rolle gespielt hat.“ Angst vor dem Scheitern hatte sie keine. „Ich wusste, dass es eine wertvolle Erfahrung sein würde, selbst wenn die Dinge nicht wie geplant liefen.
Bei dem Produkt, das BeVI AI entwickelt hat, handelt es sich um eine KI-basierte Technologie, die menschliche Blickmuster für eine mobile Kamera-App analysiert. „Sie ermöglicht es, die Attraktivität von Fotos einzuschätzen. Grundlage dafür war unsere eigenen Forschung in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten, bei der wir Eye-Tracking-Experimente durchgeführt haben, um zu verstehen, wie Menschen Bilder betrachten.“ Mit dem daraus entstandenen KI-Modell kann nun jeder, der im E-Commerce tätig ist, Produktfotos erstellen, die viel Aufmerksamkeit ernten – ohne professionelle Erfahrung oder ein großes Budget. Die BeVi AI Camera, die im App Store erhältlich ist, wird für Einzelanwender und eine API-Lösung für Unternehmen angeboten.